Grundlage für meine Gedanken hier ist das das kleine Buch „MiniMax-Interventionen“ von Manfred Prior.

Es sind alles minimale Interventionen mit maximaler Wirkung.

Geschrieben ist es als kleine Praxisanleitung für Therapeuten.

Da wir uns alle auf den Weg begeben, durch Therapie und Beratung unsere eigenen Therapeuten zu werden, kann man alle Anweisungen an sich selbst anwenden.

Das ist sowieso der Weg zum Ziel.

Es geht um eine Änderung üblicher Redewendungen, die uns in unsere eigenen Sackgassen führen.

Durch eine Änderung unserer Sprache bereiten wir den Weg zur Änderung der Gedanken in Richtung: lösungsorientiert.

Ich habe die 15 Interventionen aufgeteilt, und werde sie folgend mit euch teilen.

Jeder Punkt lädt zu einer praktischen Übung ein.

Und 2-3 praktische Übungen reichen für eine Woche aus.

Fortsetzung folgt!

Viel Spass !

 

1.Sprich über Schwächen oder Symptomen in der Vergangenheitsform!

Dir steht es frei, anstatt:“ Ich habe immer so viele Schuldgefühle gegenüber meinen Eltern…“,

„In der Vergangenheit hatte ich öfters Schuldgefühle, wenn ich meine Eltern an Weihnachten traf…“ zu sagen.

Der Unterschied ?

Die Schuldgefühle beherrschen nicht deinen ganzen Gefühlshaushalt, sondern lediglich einen ganz bestimmten Sektor, nämlich der Moment, in dem du deine Eltern triffst.

In dem du den Raum des Problems eingrenzt, erlaubst du ihm nicht mehr, dich zu beherrschen und kannst selbst besser aus diesem Sektor heraustreten und die Angelegenheit von Außen betrachten.

Das kann dir helfen, lösungs-und-zukuntsorientiert zu denken.

 2. Frage dich nicht, „OB“ du schon ein bestimmtes Ziel erreicht hast, sondern:

-WELCHE Gedanken dir schon auf dem Weg zu deinem Ziel wichtig geworden sind,

-WAS du schon an Fortschritten auf deinem Weg zum Ziel gemacht hast (finde konkret EINES

und benenne es !)

-WIE deiner Meinung nach deine nächsten Schritte aussehen könnten…

Die Frage:OB ? lässt sich nur zweigleisig beantworten, nämlich mit JA oder NEIN.

Wenn man selbstkritisch denkt, wird man in der Antwort eher zum NEIN tendieren.

Die W-Fragen:

WELCHE WAS WIE ? öffnen Denkräume und sind ebenfalls handlungs-lösungs-und-zukunftsorientiert.

 

3. Wenn du nach einem Lebens – oder Therapieziel gefragt wird,

weißt du in der Regel oft was und wohin du NICHT willst. Positiv auszudrücken, was und wohin man will ist dagegen eher schwer.

Ziele, die du kennst und benennen kannst, sind aber leichter zu erreichen.

Es scheint einfacher zu sein, leise meckernd auf der Gewohnheitsbank sitzen zu bleiben,

als die Schippe zu nehmen und schon mal die ersten Sandhaufen zum Erstellen der Traumburg zu schippen.

Ertappst du dich dabei wie du z. Bsp ausdrückst: “Ich möchte nicht mehr diese oder jene Erfahrung machen…“ unterbrich dich selbst und füge das Wörtchen

SONDERN an, welches dich herausfordert, jetzt im Anhang auszudrücken, was du denn wirklich möchtest.

Das Wörtchen SONDERN…? öffnet die Türe zur positiven Ausnahme von der Regel.

Sag was du WILLST.

 

4. Vermeide das Wörtchen: IMMER !

IMMER ist ein Killer. (und stimmt NIE 😉 )

„Ich habe immer Kopfweh“. Hast du wirklich Tag und Nacht Kopfschmerzen, die dir keine Pause gönnen ?

Oder hast du ca alle 2 Wochen regelmäßig an bestimmten Tagen Kopfschmerzen ?

IN DER VERGANGENHEIT hattest du vielleicht OFT Kopfschmerzen.

Ersetze Immer durch OFT.

Dann gehe einen Schritt weiter und frage: WANN hatte ich diese Schmerzen und

WANN NICHT ?

Mit der WANN Frage grenzt du das Problem wieder ein und mit der WANN NICHT –Frage

schaltest du die lösungsorientierte Frage nach der Ausnahme von der Regel ein: es wird inspirierender sein, darüber nachzudenken, wann du sie nicht hattest, was vielleicht begünstigend gewirkt hat dass du die Kopfschmerzen „dann und dann“ nicht hattest und wie du diese „mildernden Umstände“ in Zukunft einsetzen kannst, um zu einer allgemeinen Verbesserung dieser Situation beizutragen.