Systemische Beratung - hilft sie bei persönlichen Krisen?

Sie empfinden eine persönliche Krise?

Die Systemische Therapie & Beratung hat ihre Wurzeln in der Familientherapie
(u.a. Virginia Satir) und der lösungs­orientierten Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer. Sie richtet sich an Einzelne, Paare und Familien die eine Krise empfinden. Seit 2008 sind diese Therapieform und ihre Wirk­samkeit auch in Deutschland wissenschaftlich anerkannt.

Um die systemische Beratung besser zu verstehen, kann das Bild von einem Baum hilfreich sein:

Die Baumkrone

  • Ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft: Ich stelle mir vor: drei Jahre von hier – Was hat sich verändert?
  • Was gibt mir ein Gefühl von Hoffnung oder Sinn, was inspiriert mich?
  • Mit welchen Menschen umgebe ich mich, in welchen Beziehungen stehe ich?
  • Welche anderen Faktoren beeinflussen meine Lebenssituation?

Der Stamm

  • Was gibt mir Halt, Stärke und Kraft? Was ist mein Potential und soll so bleiben wie es ist?
  • Aus welchem Holz bin ich geschnitzt? Was ist meine „Eigenart“?
  • Was hält mich fest? Womit habe ich immer wieder zu kämpfen?

Die Wurzeln

  • Wie sehen meine Wurzeln aus? Was prägt mich? Was sind meine Glaubenssätze / Werte, Selbstbilder oder Familientraditionen?
  • Auf welche Weise fühle ich mich mit anderen verbunden?
  • Durch welche Ressourcen werde ich ernährt? Welche weiteren Kräfte können noch freigelegt werden?

 

Wie entstehen eigentlich Krisen?

Aus der Sicht der Systemforschung

1. sind komplexe Systeme dann über längere Zeit lebensfähig, wenn sie nicht nach maximaler Effizienz streben, sondern gleichzeitig auch belastbar sind.

2. Will ein System dauerhaft lebensfähig sein, muss seine Belastbarkeit doppelt so groß sein wie seine Effizienz.

Die in den letzten Jahren erfolgte Konzentration im Bankenwesen steigerte seine Effizienz und sorgte für eine enorme Instabilität. Doch wenn eine Bank so groß geworden ist, dass sie nicht pleite gehen darf, weil der Schaden für die Wirtschaft zu groß wäre, zahlt der Steuerzahler die Zeche für die aufgeblähte Effizienz des Systems. Weil die Bank Lehman Brothers nicht von der US-Regierung gestützt wurde, begann die Finanzkrise sich auszuweiten. Die Bundesregierung versucht mit -zig Milliarden, die hiesigen Banken zu stützen, damit die gesamte Wirtschaft nicht abschmiert. Eine wirklich große Krise!

Eine entsprechendeTherapie dieser Krise müsste gegenläufig sein. Nur durch mehr Vielfalt und einen höheren Grad von Vernetzung könne unser Finanzsystem wieder stabiler werden. Das heißt auch, sich vom Bankengeld als alleinigem Zahlungsmittel zu verabschieden.

Krise als Chance und Weg

Wie das gehen soll? Indem man mehr Komplementärwährungen nutzt. In der Schweiz gibt es das seit dem Jahr 1934. Unternehmen geben sich gegenseitig Kredite und arbeiten mit diesem „Buchgeld“. Auch die Gewerbesteuer könnte man in einer lokalen Komplementärwährung nutzen. Entsprechende Ansätze gibt es zum Beispiel in Frankreich.

Das größte Hindernis bei der Umsetzung dieser Strategie ist unser Glaube an eine einzige Art von Geld. Und natürlich die Banken haben an derlei Ideen kein Interesse.

Diese Erkenntnisse der Systemforschung können wir auch auf  alle möglichen anderen Bereiche übertragen:

  • Als Industrienation sich hauptsächlich von einer Energieart (egal ob Erdöl, Strom, Gas, Wasser) und einem Lieferanten abhängig zu machen, ist bequem und effektiv.
  • Eine Fichtenmonokultur ist zwar enorm effizient aber andererseits auch sehr anfällig für Schädlinge, die den ganzen Bestand vernichten können. Ein Mischwald ist resistenter, macht aber mehr Arbeit.
  • Sich als Landwirt nur auf die Milchproduktion zu spezialisieren, spart Kosten und erhöht die Rentabilität. Sinkt der Milchpreis, büßt man diese Effektivität, weil man nicht noch ein zweites Standbein hat.
  • Wer seine Ernährung hauptsächlich mit Pizza und Fertiggerichten aus der Mikrowelle erledigt und zusätzlich Vitaminpillen schluckt,  spart Geld und Zeit beim Einkaufen und Kochen (hohe Effektivität).
  • Auch wer fastet oder eine Crash-Diät macht, um abzunehmen, handelt erst einmal effektiv. Doch sein System ist nicht belastbar. Bald kommt die Essenslust zurück und man ist in der Jo-jo-Falle gefangen. Sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren, ist mühsamer und zeitaufwendiger, doch Gewicht und Gesundheit sind belastbarer.
  • Auch eine Partnerschaft wird belastbarer, wenn man Unterschiede in den jeweiligen Meinungen zulassen kann und nicht bekämpfen muss.
  • Wenn strittige Punkte diskutiert, verhandelt und gelöst werden anstatt ausgesessen oder man des lieben Friedens willen immer nachgibt oder es dem anderen immer recht machen will.Die Erkenntnis der Systemforschung lässt sich auf viele Bereiche übertragen und sinnvoll anwenden. Effektivität und Belastbarkeit stehen sich als Polaritäten gegenüber:
    Je effektiver, umso weniger belastbarer.
    Je belastbarer, desto weniger effektiv.

Vielleicht finden Sie auch einige Parallelen zu Ihrem persölichen Leben und aktuellen Herausforderungen?